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Märkische Oderzeitung ( MOZ) , Donnerstag, 14.August 2008
Zwei Lamas begleiten Fastenwanderungen
Von Anett Zimmermann
Dahmsdorf (MOZ) Rita Schwarz bietet Fastenwanderkurse im Naturpark Märkische Schweiz an. Die Lamas Chico und Pepe sind als Begleittiere dabei.
Rita Schwarz arbeitet halbtags im Müncheberger Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung. Die Agraringenieurin für Versuchswesen hatte sich der Kinder wegen einst für diese Verkürzung entschieden. Doch inzwischen sind beide Töchter erwachsen. "Unsere Jüngste will demnächst auch ausziehen", sagt die 50-Jährige, die sich selbst als einen Naturmenschen beschreibt. "Im Urlaub sind mein Mann und ich immer unterwegs, ob zu Fuß oder per Rad."
Darüber hinaus ist sie nebenbei schon als Gästeführerin in der Region unterwegs. "Hin und wieder begleite ich Busgruppen auch ins Oderbruch", erzählt die gebürtige Seelowerin, die seit 20 Jahren im zu Müncheberg gehörenden Dahmsdorf lebt. Mit dem Größerwerden der Kinder habe sie sich zunehmend nach einem anderen Betätigungsfeld umgeschaut.
Gesunde Ernährung und Lebensweise seien dabei immer ein Thema gewesen, das sie interessiert habe. Nicht nur, weil es verstärkt Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erfährt. "Ich habe viel gelesen und auch das Fasten selbst probiert", berichtet Rita Schwarz, die dabei für sich feststellte: "Menschen dabei zu begleiten, könnte als Nebenbeschäftigung gut passen." Von Nebenerwerb will sie noch nicht sprechen. Nach zwei Kursen mit Teilnehmern aus Dresden, Bitterfeld, Bayern, aber auch Strausberg und Berlin kämen langsam aber mehr Anfragen.
Immerhin hätten Interessierte, die sich zum Beispiel bei der Fastenwanderzentrale im Internet umschauen, deutschlandweit die Wahl zwischen 40 bis 60 Angeboten. "Vor allem in Süddeutschland oder an der Ostseeküste", weiß Rita Schwarz, jedoch auch, dass vergleichbare Offerten hier in der Region selten sind.
Bevor sie ihr Hobby zum Zweitberuf machte, absolvierte sie im vergangenen Jahr bei der Deutschen Fastenakademie (dfa) eine Ausbildung zur ärztlich geprüften Fastenleiterin. "Das war mir wichtig. Wer Erfolg haben will, muss Qualität anbieten." Deshalb setzt sie auch auf eher kleine Gruppen. Ein Massenbetrieb mit 20 Teilnehmern oder mehr sei allein ohnehin nicht zu stemmen. "Ich mache ja fast alles selbst", erläutert Rita Schwarz und verweist auf die Gemüsebrühe, die ebenso vorbereitet werden müsse wie der frisch gepresste Obstsaft. Der werde stets in gemeinsamer Runde gelöffelt. "Damit man mehr davon hat", sagt die Kursleiterin, die neben dem Fastengespräch auch einen Besuch im Buckower Theater "untendrunter" und Wassergymnastik vorschlägt. . "Es soll ja auch ein bisschen Urlaub sein." Hinzu kämen Vorträge unter anderem zur Ernährung. "Viele Interessierte geben vor, mit dem Fasten etwas für die eigene Gesundheit tun zu wollen und haben doch die Gewichtsreduktion im Hinterkopf. Wer das zum Ziel hat, muss sich konsequent umstellen."
Bei den Fastenwanderungen durch die Märkische Schweiz dürfen die beiden vierjährigen Lama-Wallache Chico und Pepe nicht fehlen. "Ich wollte etwas Besonderes anbieten", begründet Rita Schwarz, verweist aber auch darauf, dass das Lamatrekking etwa in Bayern durchaus verbreitet sei: "Lamas sind anspruchslos, können als Therapietiere eingesetzt werden oder wie bei uns Lasten tragen." Immerhin müsse während der bis zu 15 Kilometer langen Wanderungen ausreichend getrunken werden und die Getränke im Packsattel verstaut werden. Für die Kurse, die bisher in der Vor- und Nachsaison geplant sind, mietet Rita Schwarz übrigens Ferienwohnungen an.
Mehr zum Thema ist im Internet unter www.fasten-wander- zentrale.de bzw. www.fastenwandern-ol.de zu finden.
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